Jugendmigrationsarbeit/ JMD
- Migration
Migration ist zu einem Merkmal unserer Gesellschaft geworden.
Die konstruktive Bewältigung von ethnischer Vielfalt ist eine zentrale Herausforderung. Jahr für Jahr ziehen Hundertausende von Menschen nach Deutschland, und fast ebenso Viele ziehen fort in ein anderes Land. Menschen kommen, um in Deutschland zu arbeiten, um zu ihren Familien zu ziehen, um hier zu studieren oder auf der Suche nach einer Zuflucht.
Innerhalb der Europäischen Union ist die grenzüberschreitende Mobilität erwünscht und wird gefördert. Viele Migrantinnen und Migranten kommen auch als Aussiedler und als neu angeworbene Arbeitskräfte.
Die Vielfalt von Sprachen, Kulturen, Sitten und Gebräuchen ist bis in die Familien hinein alltäglich geworden. Kommunikation über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg ist heute eine Herausforderung für das zwischen-menschliche Zusammenleben ebenso, wie für professionell
geleistete Sozialarbeit.
- Migranten/innen:
Als Migrantinnen und Migranten bezeichnen wir alle Personen, die nach Deutschland zuwandern oder zugewandert sind – unabhängig vom Grund ihrer Zuwanderung: ausländische Arbeitnehmer/innen, Asylsuchende und Asylberechtigte sowie Aussiedler/innen aus Osteuropa und Asien. Dazu zählen ebenso die Familienangehörigen all dieser Menschen, die immer öfter schon in Deutschland geboren oder hier aufgewachsen sind.
Nicht zu vergessen sind aber auch Personengruppen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen, zum Beispiel diejenigen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Die Lebenslagen der Zugewanderten sind außerordentlich unterschiedlich. Dennoch haben sie Vieles gemeinsam. Sie verbindet die Migrationserfahrung, die oft mit Gefühlen der Entwurzelung und meistens mit Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten verbunden ist.
Sie sind häufig Diskriminierungen im Alltag ausgesetzt: im Beruf, bei der Arbeitssuche, in der Schule, bei Behördengängen und auf der Straße. Auch nach jahrelangen Aufenthalt in Deutschland werden den meisten Migrantinnen und Migranten wesentliche Bürgerrechte vorenthalten.
* Besondere Lebenslagen:Migrantinnen und Migranten leben in einer besonderen Situation. Das “Leben in der Fremde” belastet Einzelpersonen und Familien: Trennung, Abschied, Sprachlosigkeit, Entwurzelung können psychische Probleme mit sich bringen.
Ausgrenzung und Diskriminierungen führen zu Unsicherheit und Angst. Die Erfahrung von Rassismus hört auch mit dem Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft nicht auf. Der Anspruch auf soziale Leistungen ist nicht nur von der Not abhängig, sondern ebenso vom Aufenthaltsstatus.
Viele nehmen die ihnen zustehenden Rechte aus Angst oder Unkenntnis nicht in Anspruch. Die meisten Migrantinnen und Migranten sind darüber hinaus von wesentlichen Teilen politischer Partizipation ausgeschlossen.
Insbesondere die Kinder der Zugewanderten sind zu Balanceakten verurteilt: Sie sollen sich integrieren, aber werden ausgegrenzt. Sie wachsen zweisprachig auf, erfahren dafür aber keine besondere Anerkennung.
