Gelungener Auftakt für das Personalmanagementprogramm ContinuousLink

Nicht nur in der freien Wirtschaft, auch im sozialen Bereich fehlen Fachkräfte. Unter dem Motto “Rückenwind für Ihr Personalmanagement – Befristete Arbeitsverhältnisse in der Jugendsozialarbeit” trafen sich am 21.09.2011 auf Einladung der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern e.V. (EJSA) an die 50 Fachleute aus der Sozialwirtschaft sowie aus Kirche und Diakonie in Nürnberg.

Mit dem innovativen Projekt ContinuousLink”, will die EJSA Möglichkeiten finden, “die Jugendsozialarbeit als attraktives Arbeitsfeld langfristig zu halten”, wie Fortbildungsreferentin Barbara Klamt sagte. Beate Neubauer von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft und Michael Stops von der IAB beleuchteten die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und im Personalbereich mit Prognosen für die Zukunft. Fazit: Fachkräftemangel im sozialen Bereich besteht bereits jetzt und wird ansteigen. Die Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen in der Vergangenheit kann belegt werden und ist von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz. Es birgt das Risiko der Spaltung des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft. Der Leiter des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA), Johannes Rehm, mahnte an, dass Arbeit ein Menschenrecht ist, ein Ausdruck der Menschenwürde. Mit befristeten Arbeitsverträgen bürde man dem Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin einseitig das Risiko auf.
Dr. Jörg Kruttschnitt, zweiter Vorsitzender des Vorstands der Diakonie Bayern, machte das Dilemma deutlich in dem man sich befindet. Man möchte die befristeten Arbeitsverträge abschaffen, ist aber gefangen zwischen den ökonomischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, so dass maximal eine Abmilderung erreicht werden kann. ... weiterlesen

---

Continuous Link – Befristete Arbeitsverhältnisse in der Jugendsozialarbeit

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Jugendsozialarbeit herzustellen, bedarf es eines Aktionsplans für Personalverantwortliche. Hinsichtlich der Problemlage “befristete Arbeitsverhältnisse” werden in 20 Qualifizierungsmodulen Know-how und Handlungskonzepte vermittelt. Hier erlangen die Teilnehmer notwendige Grund- und Aufbaukenntnisse in Personalmanagement (BWL, Arbeitsrecht, Arbeits-/ Organisationspsychologie, Arbeitsmedizin, u.a.).

Eine Entwicklungswerkstatt zeigt parallel dazu unter der Leitung der EJSA Bayern neue Ideen auf, Entfristung leichter zu ermöglichen und die negativen Folgen befristeter Arbeitsverhältnisse konstruktiv zu bewältigen.

Die Ideen der Entwicklungswerkstatt werden an einem Fachtag als Zwischenbericht vorgestellt und in 15-20 Einrichtungen im evang. Trägerverbund eingespeist. Dort werden sie in der Praxis getestet. Die Testergebnisse werden durch EJSA Bayern evaluiert. Parallel dazu wird zur Implementierung notwendiges Know-how als Trainings in 6 Modulen angeboten.

Ziel des Projektvorhabens ist es, die Wettbewerbsposition für die Jugendsozialarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern und die Qualität sozialer Dienstleistungen sicherzustellen. Die Projektteilnehmer verfügen nach der Qualifizierung über notwendiges rechtliches, betriebswirtschaftliches, psychologisches, medizinisches Know-how, um auf Herausforderungen im Sinne der Personalbindung und -gewinnung reagieren zu können: Sie besitzen rechtliches und betriebswirtschaftliche Wissen und Fähigkeiten, um Risiken besser abzuschätzen, ungenutzte Potentiale zu kennen und Entfristungen leichter zu ermöglichen.

Für eine Übersicht über die geplanten Aktivitäten und Qualifizierungsmodule klicken Sie bitte oben auf den Reiter Das Projekt

ESF-Logos kombiniert

---
  • Link zu Diagora