Projekt „Alles Glaubenssache? – Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität“

Überblick:

Die ejsa-Bayern e.V. engagiert sich im Projekt „Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität“ an der Schnittstelle der gesellschaftspolitischen Jugendbildung (GPJ) zur Primärprävention gegen religiös begründeten Extremismus. Am Projekt „Alles Glaubenssache?“ sind neben der Bundesgeschäftsstelle der gesellschaftspolitischen Jugendbildung der evangelischen Trägergruppe (et) bundesweit drei Standorte beteiligt: Die Evangelische Akademie Frankfurt und Loccum sowie die Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern (ejsa Bayern). Im Arbeitsfeld der Jugendmigrationsarbeit entwickelt, evaluiert und begleitet die ejsa Bayern pädagogische Konzepte, insbesondere für benachteiligte junge Menschen, in Ihrer Umsetzung. Sie vernetzt trägerübergreifend  Jugendmigrationsdienste (JMD), Schulen, konfessionelle und nicht-konfessionelle relevante Partner in Bayern.

Hintergrund:

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und steht im Kontext des „Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus“  der Bundesregierung. Für Maßnahmen der Jugendsozialarbeit wurden, zunächst bis Ende 2018, 20 Mio. Euro bereitgestellt. Davon werden 18 Mio. Euro für das Projekt „Respekt-Coaches“ eingesetzt. An bundesweit 174 Standorten mit Jugendmigrationsdiensten wurden seit April 2018 Personalstellen („Respekt Coaches“) mit zusätzlichen Sach- und Projektmitteln für Gruppenangebote (20.000 Euro/ VZÄ) eingerichtet. In Bayern gibt es 20 Standorte, vgl. Karte.
Aufgabe der „Respekt-Coaches“ ist, mit  Gruppenangeboten an Schulen demokratie- und teilhabefördernde, primärpräventiv wirkende Angebote auszubauen und so Tendenzen religiös begründeten Extremismus vorzubeugen. Weiterhin geht es darum, die Schulen stärker mit den Unterstützungs- und Beratungsangeboten der Jugendmigrationsdienste zu vernetzen.
Die Präventionsziele in den Projekten vor Ort orientieren sich an den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Wissensvermittlung, Kompetenzentwicklung und Empowerment. Dazu gehören auch Themen wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, insbesondere Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Diskriminierung, interreligiöse und religionssensible Bildungsarbeit, Biografiearbeit, Politische Bildung, Soziales Lernen, Medienkompetenz und Meinungsbildung. Die „Respekt-Coaches“  werden in ihrer Arbeit von Trägern und Einrichtungen der politischen Jugendbildung  unterstützt. Das Projekt „Alles Glaubenssache?“ arbeitet an der Schnittstelle „Respekt-Coaches“  und trägt dazu bei, Kooperationsstrukturen und Angebote der politischen Jugendbildung an den Standorten der Jugendmigrationsdienste  zu vernetzen und zu etablieren. Weiterhin geht es um den Aufbau und die Strukturentwicklung der Träger der politischen Jugendbildung im Bereich religiös begründeter Extremismusprävention im bundesweit arbeitenden Netzwerk. Die  Überführung des Projektes in die Regelstrukturen und eine bundeszentral angelegte Konzeptentwicklung ist ein weiteres Ziel des Vorhabens.

Was ist konkret geplant:

Im  Jahr 2018 werden individuelle und an die jeweilige Schule angepasste Präventionskonzepte von den Respekt Coaches erarbeitet. Die Projektstelle der ejsa Bayern unterstützt die Respekt Coaches in deren Erstellung und Umsetzung und stellt den fachlichen Austausch trägerübergreifend sicher. Weiterhin geht es darum, an ausgewählten und Pilotstandorten zielgruppenspezifische Angebote zu erproben.

Der Bundesebene obliegt die Koordination und Zusammenführung des Konzeptes, den Netzwerkstellen die Etablierung der Kooperationsnetzwerke sowie die Begleitung der Pilotprojekte an ausgewählten Standorten. Übergeordnete Ziele sind dabei der Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Mitarbeiter*innen der Jugendmigrationsdienste hinsichtlich der fachlich-methodischen und bedarfsbezogenen Qualifizierung und der Etablierung zielführender Kooperationen für demokratiebildende Maßnahmen an Schulen von Seiten der gesellschaftspolitischen Jugendbildung. Relevante Themen sind  dabei Persönlichkeitsentwicklung, Wissensvermittlung, Kompetenzentwicklung und Empowerment. Die Angebote der „Respekt-Coaches“ richten sich an die gesamte Schülerschaft an Mittel- und Berufsschulen.
Zielgruppe der Projektstelle „Alles Glaubenssache“ sind die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit, insbesondere „Respekt-Coaches“, Multiplikator*innen und Netzwerkpartner.

2018 werden zwei Fachtage in Bayern stattfinden. Ziele des ersten Fachtages sind Erfahrungsaustausch der neuen Fachkräfte vor Ort und die Vernetzung der „Respekt-Coaches“-Standorte in Bayern mit den einschlägig handelnden Akteuren vor Ort wie Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), Demokratie und Toleranz (d&t) Schulberatung, Schulsozialarbeit und Akteuren der außerschulischen politischen Jugendbildung.

Der zweite  Fachtag soll auf Grundlage der Bedarfsanalysen vor Ort konkrete, über das Vorhandene hinausgehende Bedarfe der Akteure an den „Respekt-Coach“-Standorten in den Blick nehmen.

Des Weiteren ist für Herbst 2018 ein Angebot mit Jugendlichen in  Zusammenarbeit mit den bayrischen GPJ-Standorten Hof und Nürnberg der ejsa-Bayern geplant.

Kontakt:
Nicole Bartsch
Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e.V.
Loristr. 1  |  80335 München
Tel.: 089/159187-85
Fax: 089/159187-80
E-Mail: bartsch@ejsa-bayern.de

 

Alles Glaubenssache?

Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität
Netzwerkprojekt der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung

gefördert durch: