Jugendsozialarbeit

Die Jugendsozialarbeit (JSA) verfolgt das Ziel, junge Menschen, die mit den Folgen sozialer Benachteiligung oder  individueller Beeinträchtigung kämpfen,  bei ihrer  beruflichen, schulischen und sozialen Integration zu unterstützen  und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Durch ihre Angebote in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern werden verschiedene Formen sozialpädagogischer Hilfen bei der Bewältigung von Problemen etwa im Umfeld von Schule, Ausbildung und Beruf sowie durch Migration eingesetzt.

Einen ausführlichere Beschreibung über die Ansätze, Arbeitsfelder und die Zielgruppe der Jugendsozialarbeit finden Sie in Form einer Zusammenfassung von Klaus Umbach (Geschäftsführer der Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern e.V. in München, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern)unter http://www.sgbviii.de/files/SGB%20VIII/PDF/S109.pdf (veröffentlicht am 20.07.2016)

Die Rechtsgrundlagen der Jugendhilfe finden sich im Sozialgesetzbuch – Achtes Buch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII § 13).

SGB VIII § 13 Jugendsozialarbeit

 

Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) ist ein eigenständiges Angebot der Jugendhilfe, das als Zielgruppe sozial benachteiligte und individuell beeinträchtige junge Menschen bis 27  Jahre mit erhöhtem sozialpädagogischen Förderbedarf unterstützt. Um die Jugendsozialarbeit von den Angeboten der  offenen Jugendarbeit oder der Jugendhilfe abzugrenzen, greift der folgende §13 Buch VIII des Sozialgesetzbuches:

(1) Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.

(2) Soweit die Ausbildung dieser jungen Menschen nicht durch Maßnahmen und Programme anderer Träger und Organisationen sichergestellt wird, können geeignete sozialpädagogisch begleitete Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen angeboten werden, die den Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand dieser jungen Menschen Rechnung tragen.

(3) Jungen Menschen kann während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen oder bei der beruflichen Eingliederung Unterkunft in sozialpädagogisch begleiteten Wohnformen angeboten werden. In diesen Fällen sollen auch der notwendige Unterhalt des jungen Menschen sichergestellt und Krankenhilfe nach Maßgabe des § 40 geleistet werden.

(4) Die Angebote sollen mit den Maßnahmen der Schulverwaltung, der Bundesagentur für Arbeit, der Träger betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung sowie der Träger von Beschäftigungsangeboten abgestimmt werden.

Zielgruppen der Jugendsozialarbeit

Zielgruppe der Jugendsozialarbeit sind sozial benachteiligte und individuell beeinträchtige junge Menschen bis 27  Jahre mit erhöhtem sozialpädagogischem Förderbedarf.

Diese Kinder und Jugendlichen haben aufgrund ihres familiären oder sozialen Umfelds, ihrer ethnischen  oder kulturellen Herkunft oder ihrer ökonomischen Situation Benachteiligung erfahren, die ihnen die Integration in die Gesellschaft und den Übergang von der Schule in den Beruf erschwert. Individuell beeinträchtigt sind Jugendliche, die beispielsweise Schwierigkeiten mit den üblichen Formaten konventioneller Bildungseinrichtungen haben oder psychische und physische Auffälligkeiten aufweisen.

Aufgaben und Leistungsbereich der Jugendsozialarbeit:

  • Bildungsbenachteiligung entgegen wirken
  • Unterstützung zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen und zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen
  • Förderung der schulischen und beruflichen Ausbildung
  • Förderung der Eingliederung in die Arbeitswelt
  • Förderung der sozialen Integration (§13 SGB VIII) und Teilhabe
  • Befähigung zur selbständigen Lebensgestaltung
  • Förderung sozialer Anerkennung
  • Lebensweltbezug und passgenaue Angebote

Arbeitsfelder von Jugendsozialarbeit

Jugendsozialarbeit arbeitet mit klaren Konzepten und orientiert an den Bedarfen junger Menschen. In Jugendwerkstätten, Jugendmigrationsdiensten, schulbezogenen Angeboten,  im Jugendwohnen oder auch in aufsuchender Form wird mit einem ganzheitlichen Konzept und dem Ziel der sozialen Integration gearbeitet.

Jugendsozialarbeit stellt einen Rahmen für informelle Bildungsprozesse zur Verfügung. Angebote finden derzeit insbesondere in folgenden Formen statt:

  • Schul- und schülerbezogene Jugendsozialarbeit (SJS), z.B.: Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) als ein Regelförderprogrammdes Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
  • Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit (AJS), z.B.: als Landesförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zur Unterstützung der kommunalen Jugendhilfestrukturen
  • Migrationsbezogene Jugendsozialarbeit (MJS ), z.B. Jugendmigrationsdienste über die Förderung der Jugendmigrationsdienste (JMD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Jugendwohnen als Angebot der Jugendsozialarbeit

Überwiegend in Form von Jugendwohnheimen, z.B. sozialpädagogisch begleitete Wohneinrichtungen

  • Aufsuchende/ mobile Formen der Jugendsozialarbeit ( Streetwork)

meist als Teil rein kommunal finanzierter Jugendhilfestrukturen.