Die umfangreiche Befragung der Hochschule des Saarlandes „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich (SibV)“ zeigt Stärken und Weiterentwicklungsmöglichkeiten von Angeboten der Schulsozialarbeit. Lars Bieringer und Sebastian Rahn untersuchen mit dem Bundesnetzwerk Schulsozialarbeit, wie die Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit und der berufliche Alltag von Schulsozialarbeiter*innen und Fachkräften der Jugendsozialarbeit an Schulen in den verschiedenen Bundesländern ausgestaltet sind. Das Forschungsprojekt wurde gefördert von der Max-Traeger-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung. Für den Kooperationsverbund Schulsozialarbeit ordneten Claudia Seibold (BAG EJSA), Prof. Dr. Angelika Iser (Hochschule München) und Julia Schad-Heim (IN VIA Deutschland im Netzwerk der BAG KJS) die Ergebnisse in einer Kommentierung fachlich ein.
Bundesweit wurde über alle Formen der Schulsozialarbeit der hohe Grad an Professionalisierung des Arbeitsfeldes sichtbar, doch ebenso, dass 43% der Mitarbeitenden in den letzten 12 Monaten über einen Wechsel nachgedacht haben. Der hohe emotionale Stress einhergehend mit der Position als „Einzelkämpfer*in“ und die mangelnde Wertschätzung wurden als Gründe nahezu gleichauf geführt. Eine rechtliche Verankerung und qualitative Auslegung des §13a SGB VIII stehen vielerorts noch aus.
Auch Fachkräfte aus Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), Schulsozialarbeit und Schulsozialpädagogik aus Bayern wurden befragt. Die Jugendsozialarbeit an Schulen überzeugt mit unbefristeten Arbeitsverträgen sowie fachlich im Kinderschutz und in der fachlichen Unterstützung und Begleitung der Fachkräfte durch die öffentlichen und freien Träger.
Die allermeisten Mitarbeitenden fühlen sich, egal in welchem Konzept sie arbeiten, mit Lehrkraft und Schulleitung auf Augenhöhe. Weiterentwicklungspotential besteht bundesweit im Hinblick auf die Kenntnis der eigenen Arbeitskonzepte sowie schulspezifischer Konzepte im Bereich Datenschutz/Schweigepflicht sowie in der Partizipation der jungen Menschen in Angebotsplanung und -durchführung.
Die überdurchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden, die die Dokumentation in Bayern als häufige Praxis aufführen (90%), mahnt, Relevanz und Form der Dokumentation weiter in den Blick zu nehmen. Die klare Konzeption der Jugendsozialarbeit an Schulen in Bayern unterstützt auch die Fachkräfte an der Schule und zeigt in den bayerischen Rückmeldungen, dass die Fachkräfte hier überdurchschnittlich wenig für nicht schulsozialarbeitsrelevante Tätigkeiten angefragt werden.
Die Studie liefert erste wichtige Einblicke in ein professionalisiertes, vielschichtiges Arbeitsfeld und konkrete Anregungen zur Weiterentwicklung: Studie „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“ (SibV) Eine Fortsetzung, die auch den Blick der jungen Menschen auf die Angebote mitnimmt, wäre wünschenswert.
