Im Februar kamen junge Menschen aus Einrichtungen der evangelischen Berufsbezogenen Jugendhilfe in Augsburg zu einer gemeinsamen Jugendkonferenz zusammen. Im Mittelpunkt standen ihre Erfahrungen mit Fördermaßnahmen, die Rolle der Jugendsprecher*innen – und der Start eines neuen Forschungsprojekts.
Auftakt für das Forschungsprojekt
Ein wichtiger Baustein der Konferenz war der Kick-off des neuen Forschungsprojekts zur Berufsbezogenen Jugendhilfe. Ziel ist es, die Perspektiven junger Menschen systematisch einzubeziehen und ihre Erfahrungen stärker in fachliche und fachpolitische Prozesse einzubringen. Die Teilnehmenden diskutierten engagiert, wie junge Menschen für Interviews gewonnen werden können und was gute Forschung aus ihrer Sicht ausmacht. Die Offenheit und Bereitschaft zur Mitwirkung waren beeindruckend – hier wurde deutlich: Beteiligung funktioniert, wenn sie ernst gemeint ist.
Was wirkt – und was nicht?
In den Arbeitsphasen tauschten sich die jungen Menschen über ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Förderansätzen aus. Sie benannten klar, was sie als hilfreich erleben – etwa individuelle Unterstützung und verlässliche Ansprechpersonen – und wo Maßnahmen an ihrer Lebensrealität vorbeigehen. Die Diskussionen waren differenziert, kritisch und zugleich lösungsorientiert.
Jugendsprecher*innen stärken
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Aufgaben und Rahmenbedingungen von Jugendsprecher*innen. Gemeinsam wurde reflektiert, welche Erwartungen mit dieser Rolle verbunden sind und wie sie in den Einrichtungen sichtbarer und wirksamer werden kann. Die Gruppe entwickelte konkrete Ideen, um Beteiligungsstrukturen weiter zu stärken.
Anliegen formulieren und gehört werden
Im dritten Themenblock ging es darum, wie junge Menschen ihre Anliegen klar formulieren und andere ermutigen können, ebenfalls ihre Stimme zu erheben. In praktischen Übungen wurde erprobt, wie Argumente verständlich und überzeugend vorgebracht werden können – mit dem Ziel, Selbstwirksamkeit zu stärken.
Eine starke und konstruktive Gruppe
Besonders bemerkenswert war die Atmosphäre: Die jungen Menschen arbeiteten konzentriert, respektvoll und mit viel Engagement zusammen. Sie brachten unterschiedliche Perspektiven ein, diskutierten offen – und hatten dabei auch sichtbar Freude am gemeinsamen Austausch.
Fazit: Die Jugendkonferenz hat erneut gezeigt, wie wertvoll Räume sind, in denen junge Menschen ihre Erfahrungen teilen, Positionen entwickeln und Beteiligung aktiv gestalten können.
