Unter diesem Titel fand die diesjährige Fachtagung der BBJH statt. Fach- und Führungskräfte aus Einrichtungen in ganz Bayern kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Arbeitsfeld zu reflektieren und gemeinsame Perspektiven für die Weiterentwicklung der Praxis zu entwickeln.
Die Tagung griff zentrale Fragen auf, die das Arbeitsfeld derzeit bewegen: Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für die Praxis der Jugendsozialarbeit? Welche Bedeutung hat Mobilität für Bildungs- und Teilhabechancen junger Menschen – insbesondere im ländlichen Raum? Und wie können Einrichtungen ihre Arbeit durch Vernetzung und Storytelling sichtbarer machen?
Künstliche Intelligenz, Vernetzung und Storytelling im Fokus

Den fachlichen Auftakt setzte Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Universität Mainz) mit einem Input zu Grundlagen, Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz in der Jugendsozialarbeit. Neben einer Einordnung aktueller Entwicklungen ging es auch um konkrete Anwendungsmöglichkeiten und die Frage, welche Kompetenzen Fachkräfte künftig benötigen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Vernetzung und Lobbyarbeit für junge Menschen am Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf. Ilona Schuhmacher (Evangelische Jugend Bayern) zeigte auf, wie strategische Netzwerkarbeit dazu beitragen kann, die Interessen junger Menschen wirksam zu vertreten und Unterstützungsstrukturen nachhaltig zu stärken. Am dritten Tag widmete sich Günther Frosch dem Thema Storytelling in der Jugendsozialarbeit. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde erarbeitet, wie Einrichtungen ihre Arbeit, Erfahrungen und Wirkungen so darstellen können, dass sie in Fachöffentlichkeit, Politik und Gesellschaft stärker wahrgenommen werden.
Mobilität praktisch erleben
Ein besonderer Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Thema Mobilität. In verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema kennenlernen und selbst praktisch erproben. So wurde Mobilität beim erlebnispädagogischen Murmelbahnbau erfahrbar gemacht. Im Serious Game „Landpartie“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wurden Mobilitätsherausforderungen im ländlichen Raum spielerisch simuliert. Ein weiterer Workshop bot die Möglichkeit, KI-Anwendungen für den Alltag in der Jugendwerkstatt auszuprobieren und deren Potenziale für die Praxis zu reflektieren. Die praktischen Formate eröffneten neue Perspektiven auf aktuelle Fragestellungen und zeigten, wie vielfältig die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Arbeitsfeld der Berufsbezogenen Jugendhilfe sind.
Austausch und Vernetzung als zentraler Bestandteil
Neben den fachlichen Inputs stand vor allem der Austausch zwischen den Einrichtungen im Mittelpunkt der Tagung. Gespräche, kollegiale Reflexion und neue Kontakte boten Raum, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven für die Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes zu entwickeln. Die BBJH-Fachtagung ist damit nicht nur ein Ort fachlicher Weiterbildung, sondern auch ein wichtiger Raum für Vernetzung und gemeinsame Weiterentwicklung der Berufsbezogenen Jugendhilfe im evangelischen Trägerbereich.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Teilnehmenden sowie der Vorbereitungsgruppe für die engagierte Mitwirkung und die vielen fachlichen Impulse.
