Zwei intensive Tage voller Impulse, Diskussionen und Begegnungen liegen hinter den Jugendmigrationsdiensten in evangelischer Trägerschaft in Bayern.
Im Mittelpunkt der Fachtagung in München vom 08. bis 09.07.2026 stand die Frage, wie sich die aktuellen migrationspolitischen Entwicklungen auf die Lebensrealität junger zugewanderter Menschen auswirken. Der Vortrag des Bayerischen Flüchtlingsrats ordnete die Auswirkungen der GEAS-Reform sowie der aktuellen Migrationspolitik auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene ein. Deutlich wurde: Verschärfte Regelungen haben spürbare Folgen für den Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit, Wohnen und sozialer Teilhabe – und damit auch für die tägliche Arbeit der Jugendmigrationsdienste.
In kollegialen Beratungen wurden diese Entwicklungen anhand konkreter Fälle aus der Praxis diskutiert und gemeinsame Handlungsansätze entwickelt.
Am zweiten Tag stand der direkte Austausch mit der Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel im Bayerischen Landtag im Mittelpunkt. Nach einer Führung durch das Parlament brachten die Fachkräfte ihre Erfahrungen aus der Beratung ein und diskutierten unter anderem über den Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie die Finanzierung der Jugendmigrationsdienste. Dabei konnten wir die Erfahrungen aus der Praxis direkt in die politische Diskussion einbringen: „Endlich konnten wir mal sagen, was sich für uns und die jungen Menschen ändern muss und wir wurden gehört! Frau Demirel ist einfach sehr gut darüber informiert, was zur Zeit passiert.“
Der Austausch hat erneut gezeigt: Gute Integrationspolitik braucht den Dialog zwischen Politik und Praxis. Die Erfahrungen der Fachkräfte vor Ort sind unverzichtbar, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die jungen Menschen echte Teilhabe ermöglichen. Und dafür brauchen die Jugendmigrationsdienste eine verlässliche Finanzierung. Die Herausforderungen sind groß. Umso wichtiger ist der direkte Austausch zwischen Politik und Praxis – damit die Perspektiven junger zugewanderter Menschen gehört werden.
