Studie Ganztag und Benachteiligung

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Aus der Praxis melden Freie Träger der Jugendhilfe bereits seit Aufnahme der Ganztagsangebote zurück, dass unter den Kindern und Jugendlichen, die Ganztagsangebote besuchen, seit jeher ein hoher Anteil benachteiligter Zielgruppen zu finden ist. Dieses Erleben ist auch bundesweit gegeben. Nicht zuletzt führt dies sicher dazu, dass Jugendhilfeträger und speziell auch Träger der Jugendsozialarbeit, die bereits mit JaS an Schulen vertreten waren, als Kooperationspartner im Ganztag angefragt wurden und bis heute gefragte Kooperationspartner sind. Bisher gibt es dazu kaum Zahlen und sicher schwanken die Anteile auch nach den örtlichen Gegebenheiten.

Dennoch gibt eine erste bundesweite Studie hier jetzt Anhaltspunkte und bestätigt diese fachliche Einschätzung. Die Studie erhebt sozio-ökonomische Merkmale von Grundschüler*innen an Ganztagsschulen im Vergleich zu Halbtagsschulen. Die Frage der Selektion, also welche Schüler*innen Ganztagsangebote nutzen, ist nicht nur für die richtige Organisationsform und die notwendige qualitative Ausgestaltung der Angebote von Relevanz. Chancengleichheit kann nur dann gefördert werden, wenn die Angebote auch von Kindern aus sozio-ökonomisch benachteiligten Familien wahrgenommen werden. Dies ist der Fall und dieser Fakt ist auch in der Ausgestaltung der Angebote zu berücksichtigen.