Anlässlich der bundesweiten JMD-Aktionswoche vom 28.09. – 02.10.2026 stellen die Jugendmigrationsdienste mit verschiedenen Aktionen an ihren Standorten ihre Arbeit vor und machten auf besonders akute Themen aufmerksam. In Augsburg kamen die Mitarbeitenden der Migrationsberatungsdienste der Diakonie, Kolping, Caritas, BRK und GFI ins Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Heike Heubach (SPD) zusammen. Ein weiteres Gespräch führte der JMD mit der Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht (Bündnis 90/Die Grünen). Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen in der Migrationsberatung und die Frage, welche politischen Rahmenbedingungen es braucht, damit Integration und gesellschaftliche Teilhabe gelingen können.
Die zentrale Botschaft an die Politik: Migrationsdienste müssen langfristig gesichert und gestärkt werden. Die Fachkräfte machten deutlich, dass die Beratungsangebote für viele Zugewanderte unverzichtbar sind, um Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnraum und gesellschaftlicher Teilhabe zu finden. Gleichzeitig erschweren finanzielle Unsicherheiten, geplante Kürzungen und Einschränkungen bestehender Programme die Arbeit.
Anhand konkreter Fallbeispiele wurde der politische Apell entsprechend deutlich: Die Migrationsdienste brauchen eine stabile Finanzierung, niedrigschwellige Zugänge zu Sprach- und Bildungsangeboten, weniger bürokratische Hürden beim Arbeitsmarktzugang und verlässliche Aufenthaltsperspektiven. Auch die zunehmende Digitalisierung der Behördenkommunikation stellt viele Ratsuchende vor erhebliche Herausforderungen. Persönliche Erfahrungsberichte junger Zugewanderter verdeutlichten zudem, wie wichtig ein gesicherter Aufenthalt, familiäre Unterstützung und verlässliche Beratung für eine gelingende Integration sind. Die Fachkräfte betonten dabei auch die präventive Wirkung ihrer Arbeit: Frühzeitige Unterstützung kann Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegenwirken.
Die Rückmeldungen aus der Politik zeigten, wie wichtig der direkte Austausch mit der Praxis ist. Heike Heubach bedankte sich ausdrücklich für den Einblick in die Beratungsarbeit. Sie betonte, dass politische Entscheidungsträger*innen die tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen kennen müssten. Die SPD müsse Haltung zeigen und an der Seite der Menschen stehen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Heubach würdigte die Arbeit der Mitarbeitenden und kündigte an, die angesprochenen Anliegen auf Bundesebene weiterzutragen und im Austausch zu bleiben. Auch Stephanie Schuhknecht zeigte großes Interesse an den Erfahrungen der Beratungsstellen, insbesondere an den Schwierigkeiten beim digitalen Zugang zu Behörden und den damit verbundenen zusätzlichen Unterstützungsbedarfen.
Die Gespräche boten die Gelegenheit, die Herausforderungen der Migrationsdienste unmittelbar in die Politik zu tragen und deutlich zu machen, welchen Beitrag professionelle Beratung für gelingende Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet.
